Hasi trifft Alpaka

Mein Leben auf 3400 m Höhe

 
06Oktober
2014

Ohne Worte

  Die peruanische Flagge mal anders   Huhn kommt aus dem Meer

04Oktober
2014

Busfahrten

In unseren über 3000 zurückgelegten Kilometern in Bussen haben wir so viele Sachen erlebt, auf die man teilweise absolut hätte verzichten können. Wir haben immer einen Nachtbus gewählt, um uns eine Unterkunft und Zeit zu sparen. Dafür muss man generell erstmal im Busbahnhof um den Fahrpreis feilschen und sich zwischen „Bett“ und „Halbbett“ entscheiden. Wir haben immer versucht die vorderste Reihe in der oberen Etage im Doppeldeckerbus zu bekommen, um mehr Beinfreiheit zu haben. In unserer ersten Nacht hatte Christian das große Los gezogen:

1. Das Fenster über ihm war undicht und es hat durchgehend 7 Stunden auf seine Stirn geregnet.

2. Die Frontscheibe hat generell einige Risse. Als Christian einmal während der Fahrt mit seinen ausgetreckten Beinen gegen die Scheibe gestoßen ist, gab es einen lauten Knacks und der Riss hat sich über die ganze Front ausgebreitet.

Auf der nächsten Fahrt wollten wir nicht das Risiko eingehen und diese Mal die Frontscheibe regelrecht raustreten. Also saßen wir in der zweiten Reihe. Die erste Reihe haben sich daraufhin drei deutsche Frisch-Abiturienten unter den Nagel gerissen. Das Hauptgesprächstheme der Damen war die Vorzüge und Nachteile von "online" Anzeigen bei whats app und facebook, ob es besser ist dem anderen Geschlecht zu antworten, wenn es online oder offline ist und was es zu bedeuten hat, wenn derjenige online ist aber nicht antwortet. Nach sieben Stunden Fahrt und von der "Diskussion" blutenden Ohren hatten wir uns entschieden bei den nächsten Busfahrten generell die letzte Reihe zu nehmen, in der Hoffnung, dass keiner vor uns sitzen würde.

Auf unserer längsten Busreise von mehr als 17 Stunden haben wir erlebt was passiert wenn ein Reifen platzt: erstmal nichts! Im Bus gibt es wie im Flieger eine Begleitung, die Getränke und Essen verteilt und die Filme in den DVD Spieler schiebt. Diese freundliche und motivierte Dame hielt es weder für nötig nachzusehen, was jetzt passieren wird, noch den Fahrgästen zu sagen, wie lange wir warten müssen bis es weiter geht. Vielmehr musste sie sich die Nägel pfeilen, Chips essen und mit ihrem Handy spielen. In den zwei Stunden Zwangspause mitten in der Wüste war es keinem gestattet den Bus zu verlassen, weil.... keine Ahnung. Nachdem dann zwei Einwohner der Wüste den Reifen gewechselt hatte, ging es endlich weiter. Wieder auf der holprigen Straße fing die Begleitung dann an Essen und Getränke zu verteilen. Es wäre ja auch zu logisch das Wasser auszuteilen wenn wir noch stehen, anstatt aufpassen zu müssen sich nicht bei jedem Schlagloch vollzuschlabbern...Das Nägel pfeilen war halt wichtiger^^

02Oktober
2014

Colca Canyon Tour

Vorweg: Mir geht es wieder gut und wir konnten unsere Reise fortsetzen.

Deutschlands größter Sportartikelhersteller mit den drei markanten Streifen ist bekanntermaßen ein sogenannter Global Player. Soweit so gut. Was uns neu war, ist, dass der größter Importeur der Welt für deren Trainingsanzüge Peru sein muss:

Es gibt kaum einen Anlass für Einheimische hier in ein anderes Outfit zu schlüpfen. Zur Taufe wird den kleinen ein weißer Jogger übergestreift, zur Beerdigung trägt man traditionell den schwarzen. Am Strand darf es gerne bunt sein und zum Shoppen, wenn vorhanden, den knallpinken.

Über das 'warum' können wir nur spekulieren:

- Das Ding ist ur-gemütlich

- Die drei Längsstreifen lassen einen schmaler erscheinen

- Freunde und Verwandte könnten tatsächlich glauben man mache Sport

- Last but not least: Adidasprodukte sind im Verhältnis zur durchschnittlichen Kaufkraft einer peruanischen Familie sehr teuer. Sprich, des deutschen frischgewaschenes Sonntagsauto ist des Peruaners Trainingsanzug. Warum nicht der ganzen Welt zeigen, was man im Portemonnaie hat?

Passend dazu eine kleine Anekdote aus der Welt unserer Ausflüge:

Bucht man über die lokalen Reisebüros für Tagesausflüge einen eben solchen, ist es nicht selten, dass ein Großteil der Mitinsassen des Mercedes-Neunsitzers peruanischer Herkunft ist. Wie auch wir werden diese an ihrem "Zuhause" abgeholt. Bloß führen wir ausschließlich das Nötigste im Handgepäck mit: Sonnenmilch-/Brille, Geld, ein Jacke, falls es mal kälter wird und natürlich Toilettenpapier.

Eine vierköpfige peruanische Familie hat darüber hinaus noch eine Reisetasche dabei. Vor dem ersten Stopp wird dann eben die komplette Familie neu eingekleidet, damit es nachher nicht heißt, man habe sich für das Museum, den Colca Canyon oder den Hexenstein nicht herausgeputzt. Den Condor oder die Hexenstatue wird es sicher freuen.

Aber damit nicht genug. In Peru gibt es an jedem touristischen Haltepunkt kleine Verkaufsstände, an denen man aller Hand Nippes, wie zum Beispiel meine Tischuntersetzer, erwerben kann. Damit wirklich jeder im Reisebus merkt, dass es der Familie an nichts fehlt, kauft man an jedem Stand tütenweise Zeug und trägt dieses demonstrativ 10 Minuten nach vereinbarter Abfahrtszeit durch den vollbesetzen Bus.

Ganz wichtig bei einem solchen Ausflug ist ebenfalls diesen komplett auf Kamera für die Nachwelt festzuhalten. Jeder weiß doch, wie gerne Enkelkinder Selfies ihrer Großeltern vor dem Hexenhäuschen schauen.

Passend zu der sportlichen Kleidung darf natürlich die richtige Verpflegung für peruanische Vollblutsportler nicht fehlen: Gesunde Shakes, wie Pisco Sour und Inka Cola, sowie kalorienarme Burger aus Alpakafleisch in Mayonnaise-Senf-Sauce gehören zum kluk ausgetüftelten Speiseplan eines jeden einheimischen Olympioniken. Zwischen den einstündigen Phasen der Wirtschaftsankurbelung musste man sich von diesen mit einem Schnarchkonzert erstmal wieder erholen.

Mein persönliches Highlight war, als einer der dicken schnarchenden Jungen, während seiner Erholungs- und Verdauungsphase sich liebevoll an mich kuschelte.

 

01Oktober
2014

Witze und Zitate

Warum binden die Uros ihre Inseln mit Ankern fest? – Weil sie Angst haben am nächsten Morgen in Bolivien aufzuwachen.

Wenn man sich mit seiner Schwiegermutter nicht mehr versteht, sägt man die Schilfinsel einfach in der Mitte durch.

„Esel sind nützliche Tiere: sie sind Haustiere, man kann sie beladen, sie dienen als Autos und im Notfall kann man sie essen. Peruaner essen alles was sich bewegt.“

„Womit möchten Sie Ihre Teigtasche gefüllt haben? Huhn oder Fleisch?“

27Sept
2014

Mit Fidel Castro auf dem Titicacasee

Gastbeitrag von Christian:

Es begab sich zu der Zeit, als oben genannter ‘Maximo Lider‘ kubanische Zigarre und olivfarbene Uniform gegen Fischermütze und Weste eintauschte um uns an Board seines „Speedboots“ als Guide begrüßen zu dürfen. Das Boot, das den Beinamen „speed“ nicht im geringsten verdiente, hatte Platz für ca. 15 andere neugierige Touristen, die mit uns einen Tag auf den Inseln der Ureinwohner Perus verbringen wollten. Reiseguide Fidel Castro, der sich tatsächlich als solcher uns vorstellte, bzw. das war das, was man bei seinem Genuschel zu verstehen geglaubt hat, machte uns kurz mit den Begrüßungsformalien der Uros, wie sich die Inselbewohner selber nennen, vertraut. Die 30 Minuten, die es dauert um von der Hafenstadt Puno zur ersten Insel zu kommen, mussten alle Passagiere im Chor die Floskeln „sami ceraki“ und „valiki“ wiederholen, was so viel bedeutet wie „seid gegrüßt“. Endlich festen Boden unter den Füßen wurde uns aber schnell klar, dass kein Interesse an unseren Sprachkenntnissen bestand, sondern vielmehr versucht wurde, uns unser hart erspartes Urlaubsgeld aus der Tasche zu leiern. Allerhand Nippes, von Schilfbooten bis hin zu selbstgemalten Bildern der ortsansässigen Inseljugend, wurde uns zum Kauf angeboten. Nachdem jeder sein Erinnerungsfoto geschossen hatte, bat uns Fidel wieder an Board zu kommen. Eine Träne beim Verlassen der Insel vergoss kaum jemand, da es sich nicht um einen Flecken Erde aus Stein, Sand und anderen üblichen Bodenschätzen handelt, sondern um eine schwimmende, etwa Fußballfeld große Fläche aus Schilf, dass solange übereinander gelegt wird, bis es begehbar erscheint und für den empfindlichen mitteleuropäischen Magen ein kleines Problem darstellt. Eine kurze Erklärung scheint mir hier nötig: Man nehme an, es wird alles Gras über ein Jahr gesammelt, das beim Mähen des Rasens hinterm Haus anfällt und verteilt dies dann z.B. so auf dem Bodensee bis eine bewohnbare Fläche in Mitten des Sees entsteht.

Als nächstes Ziel unserer Reise kündigte Fidel nun Amantani an, welches gleichzeitig auch unser Heim für die kommende Nacht sein sollte. Die Fahrt war endlos lang und unfassbar langweilig. Frei nach dem Motto: Nach drei Stunden auf die Uhr geguckt, 10 Minuten rum. Als wir gegen 15 Uhr endlich am Hafen andockten und unser Hab und Gut auf den Steg geworfen hatten, wurden wir in Gruppen eingeteilt und einer Gastfamilie zugeordnet. Unsere Mutti für die nächsten 24 Stunden heißt Flora. Flora ist eine sehr nette Frau Anfang der vierziger (Sie nannte mir mit Sicherheit auch ihr exaktes Alter, aber mehr als „vamos a la playa“ gibt mein spanisch nicht her). Es mag nun oberflächlich erscheinen, aber ich muss ein wenig auf ihren Körperbau eingehen: Flora ist nur geschätzte 1,45m groß und hat einen mindestens genau so großen Bauchumfang. Also nicht das Erscheinungsbild, das bei uns in Deutschland allgemein als sexy, erotisch oder anziehend beschrieben wird. Auf Amantani hingegen gilt: Je dicker, desto besser. Dünne Frauen würden niemals einen Mann finden. Das war dann auch schon das einzige, was ich aus Fidels Vortrag über die Gepflogenheiten der Insel behalten habe. Am frühen Abend waren wir dann eingeladen an einer Expedition zum höchsten Punkt der Insel teilzunehmen. Da wir bekanntlich körperlich topfit sind, ließen wir uns diese Gelegenheit natürlich nicht entgehen. Es dauerte etwa eine Stunde und kostete uns zig Liter Schweiß, bis wir die Mittelstadion auf etwa 4050m Höhe erreichten. Dort hatten wir dann die Qual der Wahl, entweder den Berg Papa-Papa auf 4150m Höhe oder den Schwesternberg Papa-Mama auf 4200m Höhe zu besteigen. Da unser Blut sich vermutlich komplett in den Beinen befand, entschieden wir uns geistesabwesend für Papa-Mama. Die Aussicht war super, der Sonnenuntergang ein Traum, unserer Füße aber blau und unser Immunsystem sichtlich geschwächt, wie sich am darauffolgenden Tag zeigen sollte. Nach einem leckeren Pancake, zubereitet von Flora, fuhren wir nach Taquile, einer Insel zwischen Peru und Bolivien um ein Mittagessen einzunehmen. Die Köchin versicherte uns, das weiß-graue Etwas auf unserem Teller sei Omlett. Fehlanzeige! Jacqueline verbrachte die komplette Rückfahrt auf der Boardtoilette um ihre „omlett“- Überreste im Mülleimer zu entsorgen. Ich dachte mir, dass Problem sei damit behoben. Falsch gedacht. Wieder in Puno traf es sie knüppeldick. Sie brach einfach so auf offener Straße zusammen. Ohne die schnellen Helfer, die Sauerstoffgerät und Decken herbeiholten, wäre ich aufgeschmissen gewesen. Wie überall gab es aber auch eine Vielzahl von Schaulustigen, die lieber das Geschehen mit dem Handy filmten, als Platz für die Erstversorgung zu schaffen. Vom Anruf beim Notarzt bis zum Eintreffen der Retter vergingen unfassbar viele Minuten, in denen ich versuchte Jacqueline bei Bewusstsein zu halten. Zunächst griff ich zu simplen Geschichten, die ihr ein angenehmes Gefühl bereiten sollten. Als das nichts half, brachte ich Notlügen ins Spiel wie „Deine in Cusco gekauften Tischuntersetzer sind echt schön“. Reaktion: Fehlanzeige. Letztendlich blieb mir nur noch übrig sie ins Gesicht zuschlagen. Während der gesamten Zeit war sie auf die Atemhilfe in Form eines Sauerstoffgeräts angewiesen. Auf dem Weg ins Krankenhaus gab es die nächsten Komplikationen. In Puno sind in naher Zukunft Wahlen, weshalb alle Parteien Autoparaden abhalten um die Gunst der Wähler zu erlangen. Da muss sich dann auch mal ein mit Blaulicht heraneilender Krankenwagen hinten anstellen. Also alles wie in Deutschland: Das Prestige der Politiker ist wichtiger als das Anliegen eines Einzelnen. Schlussendlich kamen wir dann doch in der Notaufnahme an. Auch auf Grund von den mutigen Helfern, die per Handzeichen die Autos der Parteien aus dem weg lotsten. Wer nun denkt, dass man im Krankenhaus dann unmittelbar behandelt wird, liegt mehr als falsch. Zunächst müssen am Eingang alle Informationen des Reisepasses ausgelesen werden und danach muss der Patient selbst dafür sorgen, dass notwendige Medikamente, wie Infusion oder Sauerstoff, vorhanden sind. Sprich: Man bekommt vom „behandelten“ Arzt eine Liste mit Sachen, die man in der Apotheke kaufen muss. Dies war dann meine Aufgabe. Zurecht fragt ihr euch, wie machte der das ohne spanisch zu sprechen? Ich weiß es selber nicht genau, aber im Endeffekt genügten ein paar hundert Sol und viel Gestik um alle geforderten medizinischen Utensilien zu besorgen und dem Arzt ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Nun war er auch gewillt Jacqueline zu behandeln. Es stellte sich heraus, dass sie sich eine Lebensmittelvergiftung zugezogen hatte. Zumindest war das unsere Vermutung, nachdem uns die Blutergebnisse in touristenfreundlichem spanisch erklärt wurden. Mittlerweile geht es Jacqueline wieder gut, doch ein leichter Schock ist geblieben. Ein alleine Reisender wäre in Peru im Krankenhaus nicht behandelt worden, wenn er nicht in der Lage ist, seine Medikamente zu kaufen.

21Sept
2014

Sport am Wochenende

Die Wochenenden nutzen viele um einen Ausflug in eine andere Stadt, zum Machu Pichu oder zum Titicacasee zu unternehmen. Meine Mitbewohnerin Kerstin und ich haben die Wochenenden meistens eher nur benutzt, um uns durch alle Restaurants und Cafés Cuscos zu futtern und als Ausgleich auch mal ein bisschen aktiver zu sein: wir sind eine Bergwand 400 m hochgeklettert, waren zip linen, am See Yoga machen, Paddel boarden und in den Bergen Quad fahren.

 

20Sept
2014

Das Warten hat ein Ende

Am Mittwoch war es dann endlich so weit: mein Freund Christian ist in Cusco gelandet - mit einer Verspätung von nur fünf Stunden, da der Pilot in Lima für den Weiterflug nach Cusco nicht aufgetaucht ist und erst einmal ein Ersatz gefunden werden musste. Die nächsten vier Tage stand erstmal Cusco auf dem Plan. Neben dem Rundgang durch die Stadt, machten wir auch einen kleinen Abstecher ins bereits erwähnte Einkaufszentrum. Im dortigen Supermarkt kam es dann zu einem kleinen Zwischenfall: wir holten uns zwei kleine Flaschen Soft Drinks, mussten diese mit einem 100 Soles Schein tun (die Kassiererin war nur leicht überfordert), lehnten unverschämterweise schon die Plastiktüte ab und bedankten uns für den etwa 1 m längen Kassenzettel. Auf dem Weg nach draußen schmiss mein ordnungsliebender Freund den Kassenzettel direkt in einen der selten vorhandenen Mülleimer. Vor dem Eingang fing uns ein Polizist mit grimmiger Miene ab und verlangte den Kassenzettel für unsere Getränke zu sehen. Es scheint üblich zu sein, dass Touristen gerne Getränke im Wert von umgerechnet 40 Cent klauen. Anders können wir uns das Verhalten der örtlichen Polizei nicht erklären. Vielleicht war dieser aber auch nur ein wenig frustriert, weil wir einen Kassenzettel über 2sol, was etwa seinem Stundenlohn entspricht, achtlos wegwarfen, ohne ihn in unseren Ordner für wichtige Reisequittungen einzuheften. Um einer, selbstverständlich begründeten, Verhaftung zu entgehen, durchwühlten wir den Mülleimer. Tatsächlich: wir hatten alle unsere Einkäufe bezahlt. Dies registrierte auch der Beamte und lies uns passieren. Gäbe es nicht schon einen Blogeintrag über Kuriositäten, dann hätte ich dieses Ereignis mit Sicherheit dort aufgenommen.

13Sept
2014

ÖPNV

Wer es sich nicht leisten kann mit dem Taxi zu fahren, muss auf einen der vielen Busse zurückgreifen. Hier haben die Busse weder eine Nummer noch eine Anzeige, was die Enthaltestelle ist. Die Busse haben Namen in Spanisch oder Quechua. Die Busfahrt läuft wie folgt ab:

Man stelle sich an den Straßenrand und wartet darauf, dass man im Abgasnebel des Straßenverkehrs schnell genug einen Bus und dann auch noch den Namen des Busses erkennen kann, bevor er schon wieder an einem vorbeigesaust ist. Wenn man weiß wie der Bus heißt, den man nehmen muss, winkt man ihn heran. Da die Hauptstraßen mindestens 3 spurig sind, kommt es häufig zu einem Hupkonzert, wenn der Bus von der linken Spur einfach rüberzieht, um bei einem in der Parkbucht anzukommen. Da die Busse generell das Gaspedal durchdrücken und nur im äußersten Notfall bremsen, kann man sich nie so sicher sein, ob der Bus das Gewinke überhaupt gesehen hat. Während der Fahrt gehen die Bustüren schon auf und der Schaffner springt raus. Von ihm wird man dann angeschrieen "sube, sube, sube" (einsteigen, einsteigen, einsteigen). Zusätzlich schreit er den Umstehenden alle noch kommenden Haltestellen zu, falls einer nicht weiß, ob das der richtige Bus ist. Ist man sich mal nicht sicher und fragt nach, ob der Bus die und die Haltestelle anfährt, bekommt man folgende Reaktionen: keine Antwort oder "sube, sube, sube".

Ist man einmal in einem Bus drin, muss man als normalgroßer Europäer eine folgenschwere Entscheidung treffen: sitzen oder stehen.

Wenn man stehen muss, weil kein Platz mehr frei ist, stöhst man in vielen Bussen mit dem Kopf wie ein Wackeldackel gegen die Decke und muss sich im 90-Grad-Winkel runterbeugen, um aus dem Fenster seine Haltestelle zu erkennen.

Wenn man sich hinsetzen kann, stößt man sich zwar nicht mehr den Kopf, aber hat die Knie im Bauch klemmen, weil der Abstand zum Vordersitz nicht ausreichend ist. Durch den abrupten Fahrstil der Busfahrer, rutscht man in seinem Sitz hin und her und rammt sich die Knie immer tiefer in den Bauch.

Während der Fahrt schreit der Schaffner jede Haltestelle durch. Von den Austeigenden bekommt er die Antwort "baja". Wenn keiner sich meldet, wird die Haltestelle immer wieder durchgerufen, falls sich doch noch einer entscheidet auszusteigen. Alles wird an den Fahrer weitergeschrien. Im Hintergrund dudelt ein Radiosender. Die Fenster sollte man auf der linken Seite hinten niemals offen haben, da dort das Pech schwarze Abgas austritt.

In Peru achtet man sehr darauf, dass alte, hilfsbedürftige oder schwangere Menschen immer einen Sitzplatz bekommen. So gibt es nach jeder Haltestelle ein Umgesetzte und Rumgeschuppse bis jeder einen Sitzplatz hat, der einen braucht.

Wenn man an seiner Haltestelle angekommen ist, quetscht man sich zum Schaffner durch, gibt das Geld ab und springt unter den "baja, baja, baja" Rufen aus dem noch halb fahrenden Bus wieder raus.

11Sept
2014

Hupe - Deutsch, Deutsch - Hupe

In Cusco hat gefühlt jeder zweite Einwohner ein Auto und davon sind noch einmal die Hälfte Taxis - ob registriert oder unregistriert spielt hier nicht so die Rolle. Die meisten Autos kommen aus Asien, aber ab und an sieht man auch mal einen alten Käfer über die Straßen brettern. Die Autos würden in Deutschland weder die rote Umweltplakete bekommen, noch könnte CARGLAS etwas an den "Steinschlägen" in der Windschutzscheibe retten. Solange jedoch die Hupe am Wagen funktioniert, ist dieses fahrtüchtig.

Gehupt wird bei folgenden Anlässen:

  • wenn der Vordermann zu langsam fährt,
  • wenn man eine neue Fahrspur eröffnen möchte und der Nebenmann zu viel Platz braucht,
  • wenn man über eine Kreuzung fährt,
  • wenn man in die Bushaltestellenbucht hinheinfährt,
  • wenn man aus der Bushaltestellenbucht wieder herausfährt,
  • wenn man als Taxifahrer Kunden anlocken möchte,
  • wenn der Vordermann nicht schon bei den letzten Sekunden der roten Ampel aufs Gas tritt,
  • wenn der Vordermann Passanten über die Straße lässt,
  • wenn Passanten nicht schnell genug über die Straße gehen,
  • wenn der Neben- oder Hintermann hupt,
  • wenn einem langweilig ist.
11Sept
2014

Starbucks und McDonalds

Da Cusco eine sehr Touristen reichen Stadt ist, gibt es als einzige "westliche" Läden ein McDonalds und ein Starbucks am Hauptplatz "Plaza de armas". In beiden Läden befinden sich fast ausschließlich Touristen, da man ein Stück Bekanntest wohl überall auf der Welt braucht.

Dabei gehen die wenigsten Leute zu Starbucks, um sich einen Kaffee zu holen, sondern um das kostenlose Internet zu benutzen. Überall sitzen Leute vor aufgeschlagenen Laptops und Handys, ohne sich unbedingt etwas zu trinken zu kaufen. Ich selber habe mich schon häufig dort zum Skypen verabredet, da der Empfang einfach um Längen besser ist, als bei mir im Haus. Da man ja trotzdem noch was zu meckern haben muss, dann wenigstens auf hohem Niveau: die jazzige Aufzugmusik im "Hintergrund" ist oft so laut, dass man seinen Skypepartner nicht mehr verstehen kann und nach drei Stunden kosteloser Internetnutzung, fliegt man leider auch schon wieder aus dem Netz.

McDonalds hat die gleiche Auswahl an Menüs wie im Rest der Welt. In Cusco gibt es aber den Unterschied der Werbeaufmachung: überall auf der Welt wird man durch das markante gelb geschwungene M auf eine Filiale aufmerksam. Da Cusco aber die Inkahauptstadt ist und die Farbe Gold heilig ist, muss McDonalds sich hier mit einem kleinen schwarzen M zufrieden geben.

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